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Kohlenwäsche & Landschaftspark Zeche Zollverein (im Team LKL AG)

Umbau eines Unseco Weltkulturerbe zum Ruhrmuseum mit Landschaftspark

Ort: Essen

Kategorie: Kunst & Kultur, Plätze & Außenbeleuchtung

Referenzhinweis: Die Lichtplanung für die Kohlenwäsche erfolgte zunächst bis 08/2006 als Mitarbeiterin für die LKL AG und die anschließende Planungsleistung für den Landschaftspark als freie Lichtplanerin für die LKL AG. LKL AG und das Team wurden mit dem "Award of Merit" im Rahmen des International Illumination Design Award der IESNA ausgezeichnet.

Nicole Kober: "Es gibt Projekte, die liegen einem als 'Kind des Ruhrgebietes' besonders am Herzen. So auch das Areal Zollverein mit der Kohlenwäsche und dem Landschaftspark, welche ich in meiner Zeit bei der LKL AG bearbeitet habe."

Das Museumsgebäude, die ehemalige Kohlenwäsche, ist mit 60 Metern Länge, 30 Metern Breite und 40 Metern Höhe das größte Gebäude der Zeche Zollverein. Sie war im Betrieb eine Großmaschine, die der Sortierung, Klassifizierung, Zwischenspeicherung und Distribution der Steinkohle diente. Die bauliche Gestalt ordnet sich diesen Funktionen vollkommen unter. Der Umbau des Gebäudes durch die Architekten Rem Koolhaas und Heinrich Böll trägt dem Denkmalschutz Rechnung. Sie haben das Gebäude von oben nach unten — analog dem ursprünglichen Produktionsfluss — erschlossen. Das Publikum wird zunächst mit einer Rolltreppe auf die 24m Ebene befördert und betritt die Kohlenwäsche im internationalen Besucherzentrum Zollverein, in dem es mit allen Servicefunktionen wie Informations- und Ticketschalter, Garderobe, Café und Shop empfangen wird. Das intensive orange des Lichtkonzeptes für die Rolltreppe steht dabei als Metapher für glühende Kohle oder flüssigen, heißen Stahl. Das mäandrierende Erschließungstreppenhaus im Inneren des Gebäudes greift als Lichtskulptur die gleiche Analogie auf. In den eigentlichen Ausstellungsbereichen wird die ursprüngliche Maschinenarchitektur kühl diffus beleuchtet und die eigentlichen Exponate warmtonig brilliant. Die gesamte Beleuchtungsanlage wurde in Anlehnung an den industriellen Charakter an rohen Kabeltrassen installiert - auch um maximale Flexibilität zu gewährleisten. In dem penthouseartigen Veranstaltungsraum auf dem Dach der Kohlenwäsche wurde ein Lichtkonzept mit hochabgeblendeten Downlights gewählt, um Lichtreflexe auf den Panoramascheiben zu vermeiden und somit den maximalen Ausblick auf das nächtliche Ruhrgebiet den staunenden Gästen zu ermöglichen.

Nach der Stilllegung von Zeche und Kokerei Zollverein ist auf den Freiflächen der Industriebrache eine wilde Natur entstanden, die ihresgleichen sucht. Wo etwa früher das taube Gestein als Abfallprodukt der Kohleförderung gelagert wurde, lassen sich heute botanische Raritäten und Tiere entdecken: der Landschaftspark Zollverein.

Auftragnehmer Licht: LKL AG
Bilder Copyright: ERCO I www.erco.com
Fotograf: Thomas Mayer I www. thomasmayerarchive.de
Architektur: OMA I http://oma.eu
Architektur: Böll Architekten I http://architekt-boell.de